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Foto: Tanya Dedyukhina, CC BY 3.0, Wikimedia CommonsSicherheit und Gesundheit an der Türkischen Riviera
Für die meisten Urlauber ist die Küste zwischen Antalya und Fethiye ein entspanntes, unkompliziertes Reiseziel. Die echten Risiken sind alltäglich: zu viel Sonne, ein verdorbener Magen, ein Rollerunfall, das Handy auf der Liege oder ein überhöhter Taxipreis. Auf dieser Seite finden Sie sachlich und ohne Panikmache, was Sie wissen sollten: allgemeine Sicherheit, Apotheken, Ärzte und Krankenversicherung, Wasser, Essen und Hitze, die üblichen Maschen sowie kurze Hinweise für Frauen, LGBT- und Alleinreisende. Das sind allgemeine Informationen, keine medizinische oder rechtliche Beratung. Reisehinweise ändern sich; schauen Sie vor der Reise in die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts zur Türkei.
Allgemeine Sicherheit
Eine ruhige Küste für die meisten Urlauber
Antalya, Belek, Side, Alanya, Kemer, Kaş und Fethiye empfangen jedes Jahr Millionen Gäste, und die allermeisten erleben keinerlei Probleme. Schwere Straftaten gegen Touristen sind selten; häufiger sind kleine, vermeidbare Dinge. Normale Großstadtvorsicht reicht: Wertsachen im Blick, offizielle Taxis, und die Urlaubslaune nicht den gesunden Menschenverstand ausschalten lassen.
Ereignisse in anderen Landesteilen oder in der Region können Schlagzeilen machen und die offiziellen Hinweise verändern. Lesen Sie die Seite des Auswärtigen Amts vor der Buchung und noch einmal vor der Abreise, statt sich auf alte Forenbeiträge zu verlassen.

Taschendiebe und Sachen am Strand
Am häufigsten sind kleine Diebstähle: Handy, Geldbörse oder Tasche auf der Liege, während alle im Wasser sind, oder eine Tasche über der Stuhllehne in einer vollen Bar. Nehmen Sie nur das Nötige an den Strand, lassen Sie Pass und Ersatzkarten im Hotelsafe und tragen Sie das Handy in Altstädten und auf Märkten sicher verstaut.
Wird etwas gestohlen, melden Sie es bei der Polizei (oder der Touristenpolizei, wo es eine gibt) und lassen Sie sich eine schriftliche Anzeige geben: Ihre Versicherung verlangt sie in der Regel.

Der Straßenverkehr ist das größere Risiko
Statistisch ist der Verkehr gefährlicher als die Kriminalität. Autos halten nicht immer am Zebrastreifen, Roller kommen aus unerwarteten Richtungen, und Gehwege in Urlaubsorten enden manchmal abrupt. Überqueren Sie die Straße möglichst an Ampeln, suchen Sie Blickkontakt mit den Fahrern und verlassen Sie sich nicht darauf, dass ein Zebrastreifen Autos stoppt.
Wer selbst fährt, sollte mit schnellen Überholmanövern auf der Küstenstraße, unbeleuchteten Abschnitten bei Nacht und kurvigen Bergstraßen rechnen. Mehr zu Mietwagen und Taxis in unserem Ratgeber Unterwegs.
Roller, Quads und Buggys
Gemietete Roller, Quads und Buggy-Safaris verursachen einen großen Teil der Urlaubsverletzungen. Tragen Sie einen Helm, fahren Sie nicht nach Alkohol und prüfen Sie, ob Ihr Führerschein das Fahrzeug abdeckt: Viele Reiseversicherungen zahlen nicht bei Unfällen ohne passende Fahrerlaubnis oder ohne Helm. Lesen Sie Ihre Bedingungen, bevor Sie etwas unterschreiben.
Fotografieren Sie vorhandene Schäden am Mietfahrzeug und bewahren Sie den Vertrag auf. Streit über Kratzer bei der Rückgabe ist häufig.
Apotheken, Ärzte und Krankenversicherung
Apotheken (Eczane) und Notdienst
Apotheken erkennen Sie am roten E und dem Wort Eczane. Die Apotheker sind ausgebildet und an Touristen mit Sonnenbrand, Magenproblemen, Insektenstichen oder Erkältung gewöhnt; in den Ferienorten sprechen viele etwas Englisch oder Deutsch. Bei mehr als leichten Beschwerden fragen Sie einen Arzt.
Außerhalb der Öffnungszeiten hat in jedem Bezirk eine Nöbetçi Eczane (Notdienstapotheke) geöffnet. Jede Apotheke zeigt die Adresse der heutigen Notdienstapotheke im Schaufenster, auch die Hotelrezeption weiß Bescheid.
Hotelarzt, Privatklinik und staatliches Krankenhaus
Viele große Hotels haben einen Arzt auf Abruf oder einen kleinen Behandlungsraum. Das ist bequem, kostet aber oft extra, und manche Hotelärzte überweisen an eine bestimmte Privatklinik. Fragen Sie vorher nach den Kosten und heben Sie alle Belege auf.
In den Urlaubsorten gibt es Privatkliniken (özel hastane), die auf ausländische Patienten und Versicherungsformalitäten eingestellt sind, und staatliche Krankenhäuser (devlet hastanesi). Privatkliniken können ohne Versicherung teuer werden. Rufen Sie früh die Notrufnummer Ihrer Reiseversicherung an: Oft nennt sie eine Klinik, mit der sie direkt abrechnet, sodass Sie nicht in Vorleistung gehen müssen.
Krankenversicherung im Türkei-Urlaub
Die Türkei gehört nicht zur EU; die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) auf der Rückseite Ihrer Gesundheitskarte gilt dort in der Regel nicht. Gesetzlich Versicherte können wegen des deutsch-türkischen Sozialversicherungsabkommens vor der Reise bei ihrer Krankenkasse die Anspruchsbescheinigung T/A 11 anfordern. In der Türkei legen Sie sie bei der Sozialversicherungsanstalt SGK vor und erhalten eine YUPASS-Nummer, die landesweit gilt. Für Urlauber deckt das vor allem notwendige Notfallbehandlungen in staatlichen und mit der SGK vertraglich verbundenen Einrichtungen; in Privatkliniken können Zuzahlungen anfallen, einen Rücktransport deckt es nicht.
Eine Auslandsreisekrankenversicherung mit Rücktransport ist daher sehr zu empfehlen. Lesen Sie die Ausschlüsse (Alkohol, Roller, Vorerkrankungen, Paragliding und andere Sportarten) und klären Sie die Einzelheiten vor der Reise mit Ihrer Krankenkasse oder Versicherung.
Medikamente mitnehmen
Nehmen Sie verschreibungspflichtige Medikamente in der Originalverpackung mit, bei größeren Mengen mit Rezeptkopie oder ärztlicher Bescheinigung. Für manche Wirkstoffe gelten in der Türkei andere Regeln; fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker und informieren Sie sich bei der türkischen Botschaft.
Notruf 112
In der Türkei ist 112 die einheitliche Notrufnummer für Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr. Halten Sie die Hoteladresse bereit oder teilen Sie Ihren Standort per Handy. Bei nicht dringenden Fragen ist die Hotelrezeption meist die schnellste Anlaufstelle.
Wasser, Essen, Sonne und Hitze
Leitungswasser
Das Leitungswasser in den Urlaubsorten ist aufbereitet und zum Zähneputzen geeignet, doch die meisten Urlauber und auch die meisten Einheimischen trinken Wasser aus Flaschen. Hotels und ältere Häuser speichern Wasser oft in Dachtanks, Geschmack und Qualität schwanken daher. Flaschenwasser ist günstig und überall erhältlich; große Flaschen aus dem Supermarkt kosten deutlich weniger als kleine am Strandkiosk.
Eiswürfel in Hotels und Restaurants werden normalerweise aus gefiltertem Wasser gemacht, gewaschener Salat ist in der Regel unproblematisch. Wer einen empfindlichen Magen hat, ist in den ersten Tagen einfach etwas vorsichtiger.
Magen-Darm-Beschwerden
Ein Tag Magenprobleme kommt auf jeder Fernreise vor, häufiger durch Hitze, zu lange stehendes Buffetessen, schweres Essen und Alkohol als durch das Wasser. Wählen Sie frisch Gekochtes, waschen Sie vor dem Essen die Hände und trinken Sie viel. Bei starken oder länger als ein, zwei Tage anhaltenden Beschwerden, bei Kleinkindern oder älteren Menschen gehen Sie zum Arzt oder fragen in der Apotheke.
Sonne, Hitze und Mittagsstunden
Von Juni bis September steigen die Temperaturen an der Küste oft über 35 °C, der UV-Index ist sehr hoch. Sonnenbrand und Hitzeerschöpfung sind die häufigsten Urlaubsbeschwerden. Nutzen Sie Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und cremen Sie nach dem Baden nach, tragen Sie einen Hut, bleiben Sie etwa zwischen 12 und 16 Uhr im Schatten und trinken Sie mehr, als Sie meinen.
Kleine Kinder, ältere Reisende und Menschen mit Herz-Kreislauf-Problemen spüren die Hitze am stärksten. Legen Sie Ausflüge und antike Stätten auf den Vormittag oder späten Nachmittag. Monatswerte finden Sie in unserem Wetter-Ratgeber, Tipps für Kinder im Familien-Ratgeber.
Mücken und Insekten
Mücken stören an Sommerabenden, besonders in der Nähe von Flüssen und Feuchtgebieten wie Manavgat, Dalyan und Çıralı. Mückenschutzmittel und ein Stecker-Verdampfer fürs Zimmer helfen. An manchen Tagen treten Quallen auf; nach einem Stich verlassen Sie das Wasser und fragen den Rettungsschwimmer oder in der Apotheke.
Wassertemperaturen und Badetipps finden Sie in unserem Ratgeber zur Wassertemperatur. Achten Sie an offenen Stränden auf rote Flaggen und Strömungen.
Maschen und Touristenfallen
Taxis
Die meisten Taxifahrer sind ehrlich, aber das klassische Problem gibt es: Taxameter aus, Umweg oder ein Pauschalpreis weit über dem Zählerpreis. Bestehen Sie auf dem Taxameter (taksimetre) oder vereinbaren Sie den Preis vor der Fahrt, und haben Sie kleine Scheine dabei. Mehr in unserem Ratgeber Unterwegs.
Kartenzahlung und Wechselkurse
Bietet Ihnen ein Kartenterminal oder Geldautomat an, in Euro abzurechnen, wählen Sie Lira: Der angebotene Umrechnungskurs ist meist ungünstig. Prüfen Sie den Betrag vor der PIN-Eingabe und nutzen Sie Automaten von Banken statt freistehender Geräte. Mehr in unserem Ratgeber Geld.
Fabrikbesuche und Verkaufsfahrten
Günstige oder kostenlose Ausflüge enthalten manchmal lange Stopps in Leder-, Schmuck- oder Teppichhallen mit hohen Preisen und viel Verkaufsdruck. Sie müssen nichts kaufen. Wie Sie entspannt einkaufen, steht in unserem Einkaufsratgeber.
Gefälschte und markenlose Medikamente
In manchen Läden der Urlaubsorte werden „Medikamente“, Cremes oder Nahrungsergänzungsmittel außerhalb von Apotheken verkauft. Kaufen Sie Arzneimittel nur in einer Eczane, und betrachten Sie billige Markenparfüms, Uhren und Sonnenbrillen auf der Straße als das, was sie sind: Kopien.
Kleine Tricks
Die üblichen Tricks belebter Touristenstraßen gibt es auch hier: der Schuhputzer, der seine Bürste fallen lässt und nach dem Aufheben eine Politur in Rechnung stellt, die „geschenkte“ Blume oder das Armband, das doch etwas kostet, der neue Freund, der Sie in eine Bar mit überraschender Rechnung führt. Ein freundliches, aber klares „Nein, danke“ genügt. In den größeren Urlaubsorten gibt es die Touristenpolizei; auch Ihr Hotel hilft bei einer Beschwerde.
Frauen, LGBT und Alleinreisende
Frauen allein unterwegs
Allein oder gemeinsam reisende Frauen sind in den Urlaubsorten ein ganz normales Bild, Badekleidung, Shorts und Sommerkleider sind dort völlig üblich. In Touristenstraßen sprechen Ladenbesitzer und Kellner Sie öfter an; meist ist das Verkaufsroutine und endet mit einem klaren Nein. Seien Sie nachts, bei Getränken und bei Taxis so vorsichtig wie zu Hause.
In Dörfern, kleinen Orten im Hinterland und in Moscheen kleiden sich die Menschen konservativer. Schultern und Knie zu bedecken und in der Moschee ein Kopftuch zu tragen, ist dort eine einfache Geste des Respekts.
LGBT-Reisende
Gleichgeschlechtliche Partnerschaften werden in der Türkei rechtlich nicht anerkannt, öffentliche LGBT-Veranstaltungen werden oft verboten, und das rechtliche Klima ist strenger geworden; prüfen Sie daher vor der Reise die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amts. Die Gesellschaft ist konservativer als in Westeuropa. In internationalen Hotels und Touristenorten haben Paare selten Probleme; viele halten sich mit Zärtlichkeiten in der Öffentlichkeit zurück, vor allem außerhalb der Urlaubsorte. Den aktuellen Stand finden Sie in den Hinweisen des Auswärtigen Amts.
Alleinreisende
Allein an der Küste zu reisen ist einfach: Busse und Dolmuş-Kleinbusse fahren häufig, kleine Hotels und Hostels sind gastfreundlich, und Bootstouren sind eine gute Gelegenheit, Leute kennenzulernen. Teilen Sie Ihre Pläne mit jemandem zu Hause, speichern Sie eine Passkopie auf dem Handy und sagen Sie Ihrer Unterkunft Bescheid, wenn Sie zu einer Wanderung wie auf dem Lykischen Weg aufbrechen.
Häufige Fragen
Ist Antalya sicher für Touristen?
Für die meisten Urlauber ja. Die Urlaubsregionen um Antalya und an der Türkischen Riviera sind in der Regel ruhig, schwere Straftaten gegen Touristen sind selten. Typische Probleme sind kleine Diebstähle, Straßenverkehr, Sonnenbrand sowie Tricks bei Taxis und beim Einkaufen. Prüfen Sie vor der Reise die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
Kann man in der Türkei Leitungswasser trinken?
Das Leitungswasser ist aufbereitet und zum Zähneputzen geeignet, getrunken wird aber meist Flaschenwasser, auch weil viele Gebäude Wasser in Dachtanks speichern. Eiswürfel und gewaschener Salat in Hotels und Restaurants sind in der Regel unproblematisch.
Brauche ich für die Türkei eine Auslandskrankenversicherung?
Sie ist sehr zu empfehlen. Die EHIC gilt in der Türkei in der Regel nicht; gesetzlich Versicherte können bei ihrer Krankenkasse das Formular T/A 11 anfordern und erhalten damit über die SGK eine YUPASS-Nummer; das deckt vor allem Notfallbehandlungen in staatlichen und SGK-Vertragseinrichtungen, keinen Rücktransport. Klären Sie die Einzelheiten vor der Reise mit Ihrer Kasse oder Versicherung.
Wie finde ich nachts eine offene Apotheke?
Suchen Sie die Notdienstapotheke (nöbetçi eczane). Jede Apotheke zeigt die Adresse der heute geöffneten im Schaufenster, auch die Hotelrezeption kann helfen. Im Notfall wählen Sie 112.
Welche Notrufnummer gilt in der Türkei?
112 ist die einheitliche Notrufnummer für Rettungsdienst, Polizei und Feuerwehr. Wenn Sie eine Reiseversicherung haben, rufen Sie zusätzlich so früh wie möglich deren Notrufnummer an.