Ein weißer Dolmuş-Kleinbus auf einer Küstenstraße
©Foto: ahenobarbus, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Unterwegs an der Türkischen Riviera: Dolmuş, Bus, Taxi und Auto

Für einen Urlaub an der Türkischen Riviera braucht man kein Auto. Im Sommer fahren Minibusse im Minutentakt die Küstenstraße entlang, bequeme Fernbusse verbinden die größeren Städte, Taxis gibt es überall, und in Fethiye oder Kaş ist das Boot oft der schönste Weg zum nächsten Strand. Ein Mietwagen lohnt sich vor allem an der lykischen Küste und für Ausflüge in die Berge. Hier erfahren Sie, wie die einzelnen Verkehrsmittel funktionieren und wann sich doch ein privater Transfer lohnt.

Dolmuş-Minibusse

So funktioniert der Dolmuş

Der Dolmuş (wörtlich „gefüllt“) ist ein Sammel-Minibus auf fester Strecke, das Ziel steht auf einem Schild hinter der Windschutzscheibe. Man wartet an einer Haltestelle oder winkt ihn einfach am Straßenrand heran; er hält, wo es sicher ist. Bezahlt wird beim Einsteigen bar beim Fahrer, bei vollem Bus reicht man das Geld nach vorne weiter, und man nennt sein Ziel. Die Fahrpreise sind niedrig und richten sich nach der Strecke; Kleingeld erleichtert vieles.

Zum Aussteigen sagt man dem Fahrer beim Einsteigen Bescheid oder ruft rechtzeitig „inecek var“ (jemand steigt aus). Im Sommer fahren die Minibusse auf der Küstenstraße D400 von früh bis spätabends sehr häufig; im Winter seltener, der letzte Bus fährt früher, und manche Hotelstrecken ruhen ganz. Die Zeiten ändern sich je nach Saison, fragen Sie deshalb vor Ort im Hotel oder an der Haltestelle nach.

Nützliche Strecken

Einige Beispiele: Side–Manavgat mit Minibussen zwischen Altstadt, Hotelzone und dem Busbahnhof von Manavgat; die Küste bei Kemer mit Verbindungen zwischen Kemer, Göynük, Beldibi, Çamyuva und Tekirova; Alanya–Mahmutlar und Alanya–Oba mit dichtem Takt durch die östlichen Vororte; und Fethiye–Çalış–Hisarönü–Ölüdeniz, wo die Minibusse vom Zentrum Fethiyes hinauf nach Hisarönü und hinunter zur Lagune fahren.

Weiter westlich ist der Minibus zwischen Kaş und Kalkan ein Klassiker: Er hält auf Wunsch oberhalb des Strandes Kaputaş, man verbringt den Tag am Wasser und winkt für die Rückfahrt einfach den nächsten heran. An der lykischen Küste fahren die Busse seltener als rund um Antalya oder Alanya, fragen Sie also nach der letzten Rückfahrt. Mehr Strände und Orte: Kaş-Reiseführer, Fethiye-Reiseführer und Ausflüge.

Der antike Stadthafen von Phaselis bei Kemer
Foto: Dosseman, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Stadtbusse und Straßenbahn in Antalya

AntalyaKart: eine Karte für Bus und Bahn

In Antalyas Stadtbussen und Straßenbahnen gibt es kein Bargeld. Bezahlt wird mit der AntalyaKart, einer aufladbaren Fahrkarte, die an Kiosken, Automaten und in manchen Läden an den großen Haltestellen verkauft und aufgeladen wird. Mehrere Personen können nacheinander mit einer Karte fahren. Auf manchen Linien kann man auch kontaktlos mit der Bankkarte bezahlen; ob das klappt, hängt von Linie und Karte ab, prüfen Sie es also vorher.

Andere Städte haben eigene Systeme, die Stadtbusse in Alanya etwa eine eigene Karte. In den Dolmuş-Minibussen zahlt man überall weiterhin bar.

AntRay und die Nostalgie-Straßenbahn

Die moderne Stadtbahn AntRay hat mehrere Linien. Eine verbindet das Zentrum mit dem Busbahnhof (Otogar) im Norden, eine andere führt vom Busbahnhof nach Osten am Flughafengelände vorbei zum Expo-Park. Die Haltestelle am Flughafen liegt an der Hauptstraße und nicht direkt am Terminal; mit Gepäck sind Taxi oder Flughafenbus meist bequemer. Prüfen Sie die aktuellen Linien vor der Fahrt.

Für Urlauber besonders nett ist die Nostalgie-Straßenbahn: eine einzelne Linie mit Wagen im alten Stil, die an der Steilküste entlang zwischen dem Antalya-Museum, Konyaaltı und dem Rand der Altstadt Kaleiçi pendelt. Günstig und einfach zum Museum oder zur Strandpromenade. Mehr im Antalya-Stadtführer.

Strandpromenade von Konyaaltı in Antalya mit Palmen und dem Taurusgebirge
Foto: Sharon Hahn Darlin, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Flughafenbusse

Havaş-Busse verbinden den Flughafen Antalya mit dem Stadtzentrum und dem Busbahnhof, auf manchen Strecken auch mit größeren Orten. In Dalaman fahren Havaş-Busse unter anderem nach Fethiye, meist abgestimmt auf die Flüge. Sie sind günstig und bequem, halten aber an festen Punkten und nicht am Hotel. Linien und Fahrpläne ändern sich mit der Saison; prüfen Sie die aktuellen und vergleichen Sie mit einem Transfer bis vor die Tür: Transfers vom Flughafen Antalya, Transfers vom Flughafen Dalaman, Transfers vom Flughafen Gazipaşa.

Überlandbusse

So funktioniert der Otogar

Jede größere Stadt hat einen Otogar, einen Busbahnhof, in dem viele Busunternehmen ihre eigenen Schalter haben. Antalyas großer Otogar liegt am Nordrand der Stadt (mit der Straßenbahn ans Zentrum angebunden), Alanya und Fethiye haben jeweils einen belebten Otogar nahe der Stadt. Kleinere Orte wie Kaş, Kalkan oder Side werden per Minibus oder über eine Haltestelle an der Landstraße angefahren.

Die Fernbusse sind modern und bequem, mit reservierten Plätzen, Klimaanlage und meist einem Steward, der Wasser und Tee bringt. Tickets gibt es online oder an den Schaltern im Otogar; in der Hauptsaison und an Feiertagen kauft man sie besser ein, zwei Tage vorher. Kostenlose Zubringer-Minibusse (Servis) bringen Fahrgäste oft zwischen Otogar und Stadtzentrum hin und her.

Typische Fahrten

Die Fahrzeiten hängen von Strecke und Halten ab, betrachten Sie diese Angaben als grobe Richtwerte: Antalya–Alanya etwa 2½ bis 3 Stunden, Antalya–Kaş an der Küste entlang etwa 3½ bis 4 Stunden, Antalya–Fethiye etwa 4 Stunden oder mehr, je nachdem, ob der Bus die Inlandsroute oder die Küste nimmt. Die Küstenstraße westlich von Antalya ist herrlich, aber kurvig; wem leicht übel wird, der sitzt besser vorne.

Taxis

Offizielle Taxis und Taxameter

Offizielle Taxis sind gelb, haben ein Dachschild und warten an Taxiständen (taksi durağı) in jeder Stadt und jedem Ferienort. Sie müssen das Taxameter benutzen: Schaltet der Fahrer es nicht ein, bitten Sie vor der Abfahrt um das Taksimetre. Manche Städte haben einen höheren Nachttarif; die Regeln sind unterschiedlich, schauen Sie also auf die Tarifkarte oder fragen Sie nach. Kleine Scheine sind praktisch, Kartenzahlung klappt nicht immer.

Für kurze Strecken ist das Taxameter fair. Für lange Fahrten, etwa vom Hotel zum Flughafen oder für einen ganzen Ausflugstag, vereinbaren Sie vor dem Einsteigen einen Festpreis und klären, ob Wartezeit und Rückfahrt inbegriffen sind. Die Hotelrezeption ruft gern ein Taxi und nennt den üblichen Preis.

Apps

In den Großstädten gibt es Fahrdienst- und Taxi-Apps, die oft ganz normale gelbe Taxis vermitteln. An der Küste sind der Taxistand und die Telefonnummer des örtlichen Standes aber nach wie vor üblich. Prüfen Sie, was an Ihrem Urlaubsort funktioniert.

Mietwagen

Regeln und Straßen

In der Türkei herrscht Rechtsverkehr. Urlauber dürfen in der Regel für begrenzte Zeit mit einem Führerschein aus der EU oder dem Vereinigten Königreich fahren, für andere Führerscheine ist ein internationaler Führerschein sinnvoll; prüfen Sie die aktuellen Regeln und die Bedingungen des Vermieters. Für die Kaution braucht man eine Kreditkarte, Pass, Führerschein und Mietvertrag gehören ins Auto.

Die Hauptachse ist die D400, die von Alanya über Side und Antalya nach Kemer und weiter an die lykische Küste führt. Östlich von Antalya ist sie eine breite, vierspurige Schnellstraße; westlich von Kemer wird sie zur kurvigen Bergstraße mit steilen Abhängen, langsam, aber spektakulär. Blitzer und Polizeikontrollen sind häufig, halten Sie sich an die Tempolimits. Tankstellen gibt es an den Hauptstraßen reichlich, getankt wird vom Personal; vor Fahrten in die Berge lieber volltanken.

Parken und Fahren im Ort

Das Parken ist das eigentliche Problem. Altstädte wie Kaleiçi, Side oder das Zentrum von Kaş haben enge Gassen, Fußgängerzonen und kaum Plätze; nutzen Sie die gebührenpflichtigen Parkplätze am Rand und gehen Sie zu Fuß hinein. Im Sommer staut es sich abends in den Ferienorten, und man fährt forscher als in Mitteleuropa: Rechnen Sie mit plötzlichen Spurwechseln, Rollern und Minibussen, die überall halten.

Wann sich ein Auto lohnt

An der lykischen Küste (Kaş, Kalkan, Olympos, Demre), wo Strände, Ruinen und Dörfer weit verstreut liegen und Busse selten fahren, lohnt sich ein Auto, ebenso für Tagesausflüge ins Taurusgebirge, zu Schluchten oder antiken Stätten im Hinterland. Oft reichen ein paar Miettage mitten im Urlaub.

Für eine All-inclusive-Badewoche in Belek, Side, Lara oder Alanya lohnt es sich meist nicht: Man nutzt es kaum, Parkplätze am Hotel sind knapp oder kosten extra, und Transfer plus gelegentliches Taxi oder Ausflug sind günstiger. Zum Kostenvergleich: unser Urlaubsbudget-Rechner.

Wassertaxis und Fähren

Mit dem Wassertaxi von Çalış nach Fethiye

In der Saison pendelt ein Wassertaxi zwischen dem Strand von Çalış und dem Hafen von Fethiye: eine kurze, entspannte Überfahrt mit Blick über die Bucht, angenehmer als die Straße. Es fährt tagsüber regelmäßig; die Zeiten ändern sich mit der Saison, ein Blick auf die Tafel am Steg hilft. Mehr im Çalış-Reiseführer.

Der lange Strand von Çalış bei Fethiye mit Bergen jenseits der Bucht
Foto: Vano111ru, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Von Kaş nach Meis (Kastellorizo)

Vom Hafen in Kaş fährt eine Fähre in kurzer Zeit zur griechischen Insel Meis (Kastellorizo) direkt vor der Küste. Da man die Türkei verlässt und in die EU einreist, braucht man den Reisepass; je nach Staatsangehörigkeit kann ein Visum oder eine Einreisegenehmigung nötig sein, prüfen Sie die aktuellen Regeln. Tagesausflüge sind beliebt, im Sommer also vorher buchen.

Die griechische Insel Kastellorizo (Meis) gegenüber von Kaş
Foto: Camcool11, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Boote entlang der Küste

An der Küste von Ölüdeniz fahren Boote vom Strand zum Schmetterlingstal und zu Buchten, die über Land kaum oder gar nicht erreichbar sind. Von Fethiye, Kaş, Kemer, Side und Alanya starten Tagesboote zu Buchten und Inseln; das sind eher Ausflüge als Verkehrsmittel, aber oft der einfachste Weg, die Küste zu erleben. Ideen: Ausflüge.

Häufige Fragen

Braucht man an der Türkischen Riviera ein Auto?

Für einen Badeurlaub nicht. Zwischen Antalya, Side, Alanya und Kemer decken Dolmuş, Busse und Taxis fast alles ab, und die Ferienorte lassen sich zu Fuß erkunden. Lohnend ist ein Auto an der lykischen Küste (Kaş, Kalkan, Olympos) und für Ausflüge in die Berge, wo Busse selten fahren. Siehe Kaş-Reiseführer.

Wie bezahlt man im Dolmuş?

Bar, direkt beim Fahrer beim Einsteigen. Ist der Minibus voll, reicht man das Geld nach vorne weiter, das Wechselgeld kommt auf demselben Weg zurück. Nennen Sie Ihr Ziel; die Preise richten sich nach der Strecke und sind niedrig. In Antalyas Stadtbussen und Straßenbahnen ist es anders: Dort braucht man die AntalyaKart.

Gibt es Uber an der Türkischen Riviera?

In einigen türkischen Städten gibt es Fahrdienst-Apps, die oft normale gelbe Taxis vermitteln, an der Küste ist aber das Taxi vom örtlichen Stand die Regel. Prüfen Sie, was an Ihrem Urlaubsort funktioniert, und vereinbaren Sie für lange Fahrten vorher einen Festpreis.

Kommt man mit dem Bus vom Flughafen Antalya in die Ferienorte?

Teilweise. Havaş-Flughafenbusse fahren ins Stadtzentrum von Antalya und zum Busbahnhof, auf manchen Strecken auch in größere Orte; vom Busbahnhof geht es mit Fernbus oder Minibus weiter an der Küste. Mit Gepäck, Kindern oder bei später Ankunft ist ein Transfer bis vor die Tür meist einfacher. Siehe Transfers vom Flughafen Antalya.

Ist Autofahren in der Türkei sicher?

Im Großen und Ganzen ja, wenn man vorausschauend fährt. Die Küstenstraße ist gut ausgebaut, aber Einheimische fahren forsch, die Bergstraßen westlich von Antalya sind kurvig und Blitzer häufig. Fahren Sie nachts nicht müde auf Bergstraßen, halten Sie die Tempolimits ein und trinken Sie keinen Alkohol, wenn Sie fahren.