Ein Teller mit türkischen Meze
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Essen an der Türkischen Riviera: was, wo und wie

Viele Hotels an der Türkischen Riviera bieten All-inclusive, und das Buffet ist bequem. Die besten Mahlzeiten des Urlaubs warten aber oft draußen: Antalya-Piyaz mit gegrillten Köfte in einem vollen Mittagslokal, frischer Fisch am Hafen, Gözleme direkt von der Platte auf dem Wochenmarkt oder ein ausgiebiges Dorffrühstück in den Bergen. Dieser Ratgeber zeigt, was man an der Küste zwischen Antalya und Fethiye essen sollte, wo man es findet, was man dazu trinkt und worauf man achten sollte: Essenszeiten, vegetarische Gerichte, Allergien, Trinkgeld und Bezahlen.

Was man essen sollte

Antalya-Piyaz und Şiş Köfte

Der Piyaz aus Antalya ist nicht der Zwiebel-Bohnen-Salat, den man sonst in der Türkei bekommt: Weiße Bohnen werden mit einer Soße aus Tahini, Zitrone und Knoblauch angemacht und meist mit Tomate, Petersilie und gekochtem Ei serviert. Dazu gehört klassisch Şiş Köfte, Hackfleischspieße vom Holzkohlegrill mit Brot, gegrillten Paprika und Zwiebeln. Kleine Köfte-und-Piyaz-Lokale sind in Antalya und Umgebung eine feste Mittagsadresse.

Tandır: langsam gegartes Lamm

Tandır ist Lamm- oder Ziegenfleisch, das stundenlang in einer Erdgrube oder im Lehmofen gart, bis es vom Knochen fällt. Das Gericht stammt aus den Dörfern im Hinterland; am ehesten findet man es in Landgasthäusern an der Straße in die Berge oder beim Mittagsstopp eines Tagesausflugs. Gutes Tandır braucht Zeit, deshalb gibt es es meist mittags, und abends ist es oft schon aus.

Gözleme: der Marktklassiker

Gözleme ist hauchdünner, von Hand ausgerollter Teig, gefüllt mit Käse, Spinat, Kartoffeln oder Hackfleisch, zusammengeklappt und auf einer großen gewölbten Platte gebacken. Auf den Wochenmärkten wird sie direkt vor Ort zubereitet; mit einem Glas Ayran ist sie ein günstiges, sättigendes Mittagessen. Den passenden Tag finden Sie bei unseren Markttagen.

Gestapelte Melonen an einem Stand auf dem Wochenmarkt von Fethiye
Foto: Chris_Parfitt from East Grinstead, West Sussex, England, CC BY 2.0, Wikimedia Commons

Fisch und Meze am Meer

An der Küste ist der klassische Abend: erst Meze, dann gegrillter Fisch. Meze sind kleine kalte und warme Vorspeisen, etwa Knoblauchjoghurt mit Kräutern, Auberginengerichte, Meeresspargel in Olivenöl, gefüllte Weinblätter oder frittierte Calamari. Dorade (Çipura) und Wolfsbarsch (Levrek) gibt es das ganze Jahr, meist aus Zucht; Wildfang hängt von der Saison ab und ist deutlich teurer.

Altstadtküche in Antalya und Alanya

In Kaleiçi, der Altstadt von Antalya, und in den älteren Gassen von Alanya gibt es türkische Hausmannskost: gefülltes Gemüse, Schmorgerichte, Reis- und Bulgurpilaw und in Olivenöl gegartes Gemüse. Eine örtliche Spezialität ist Hibeş, ein würziger Tahini-Dip mit Zitrone und Chili, der als Meze serviert wird. Mehr in unserem Ratgeber zu Antalya-Stadt.

Restaurierte osmanische Häuser in einer ruhigen Gasse in Kaleiçi, der Altstadt von Antalya
Foto: Dosseman, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Forelle vom Manavgat-Fluss

In den Hügeln oberhalb von Manavgat speist kaltes Bergwasser Forellenzuchten, und Lokale am Fluss servieren Forelle (Alabalık), meist gegrillt oder in der Pfanne gebraten. Sie ist ein beliebtes Mittagessen bei Bootsfahrten und Ausflügen am Manavgat-Fluss und in den Schluchten im Hinterland. Siehe unseren Ratgeber zu Manavgat.

Der ruhige Manavgat-Fluss mit dem Taurusgebirge in der Ferne
Foto: Spiritia, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Fischmarkt in Fethiye

Der Fischmarkt von Fethiye funktioniert auf seine eigene Art: Sie suchen sich an einem der Stände in der Mitte frischen Fisch aus und zahlen nach Gewicht, dann bereitet eines der Restaurants rund um den Platz ihn gegen eine Gebühr pro Person zu, meist mit Salat und Brot. Getränke und Meze kosten extra; klären Sie die Zubereitungsgebühr, bevor Sie sich setzen. Mehr in unserem Ratgeber zu Fethiye.

Fischerboote und Gulets im Hafen von Fethiye
Foto: allen watkin from London, UK, CC BY-SA 2.0, Wikimedia Commons

Dorffrühstück

Ein Köy Kahvaltısı (Dorffrühstück) ist für türkische Familien ein Wochenendritual: viele kleine Teller mit Käse, Oliven, Tomaten und Gurken, Honig, Marmelade, Butter, Eier aus der Pfanne (Menemen oder mit würziger Wurst), warmes Fladenbrot und Tee ohne Ende. Gartenlokale und Bergdörfer im Hinterland servieren es den ganzen Vormittag. Planen Sie ein langes, spätes Frühstück ein, keinen schnellen Imbiss.

Desserts: Baklava, Künefe und Dondurma

Baklava, dünne Teigschichten mit Pistazien oder Walnüssen in Sirup, gibt es überall. Künefe ist Teigfäden-Gebäck mit weichem, ungesalzenem Käse, in Sirup getränkt und heiß gegessen. Türkisches Eis, Dondurma, ist fest und leicht zäh, und Straßenverkäufer machen aus der Übergabe gern eine kleine Show.

Zitrusfrüchte, Granatapfel und Tahin-Pekmez

In der Region Antalya wachsen viele Zitrusfrüchte: Im Winter und Frühjahr verkaufen Straßenstände Orangen, Mandarinen und Zitronen, und Finike ist für seine Orangen bekannt. Im Herbst gibt es überall Granatäpfel, frisch, als Saft und als säuerlicher Granatapfelsirup im Salat. Tahin-Pekmez, Sesammus mit Traubensirup aufs Brot, ist ein Frühstücksklassiker und ein gutes Mitbringsel.

Wo man essen sollte

Lokanta: Hausmannskost

Eine Lokanta (oder Esnaf Lokantası, "Handwerkerlokal") bietet morgens frisch gekochte Gerichte, die an der Theke warm gehalten werden: Suppen, Eintöpfe, Bohnen, Gemüse in Olivenöl, Reis. Sie zeigen einfach auf das, was Sie möchten. Die Portionen sind groß, die Preise niedrig; am besten geht man mittags, denn beliebte Gerichte sind schnell weg.

Kebapçı und Pide

Ein Kebapçı grillt Fleisch über Holzkohle: Adana- und Urfa-Kebab, Şiş, Köfte, Hähnchenflügel. Viele backen im Steinofen auch Pide, belegtes türkisches Fladenbrot, und Lahmacun. Die Atmosphäre ist locker, familienfreundlich und preiswert.

Meyhane und Meze-Restaurants

Eine Meyhane ist für lange Abende gemacht: viele Meze, danach Fisch oder Fleisch, meist mit Rakı. Bestellen Sie nach und nach ein paar Meze statt alles auf einmal; oft bringt der Kellner ein Tablett zur Auswahl. Fragen Sie nach dem Preis von allem, was nicht auf der Karte steht.

Fischrestaurants am Hafen

In Hafenrestaurants wird Fisch oft nach Kilo berechnet. Suchen Sie den Fisch in der Vitrine aus und fragen Sie vor der Zubereitung nach dem Kilopreis und dem ungefähren Gewicht, dann gibt es bei der Rechnung keine Überraschung. Dorade und Wolfsbarsch aus Zucht sind meist am günstigsten.

Märkte

Auf den Wochenmärkten isst man günstig: Gözleme, frisches Obst, Oliven, Käse, Nüsse und Trockenfrüchte. Nehmen Sie Bargeld in kleinen Scheinen mit. Tage und Orte: Markttage.

Touristenfallen vermeiden

Vorsicht bei Restaurants mit großen Fotokarten in fünf Sprachen, Anwerbern auf der Straße und keinen türkischen Gästen. Eine einfache Regel: Essen Sie dort, wo Einheimische essen, ein, zwei Straßen hinter der Promenade, und achten Sie darauf, dass Preise auf der Karte stehen.

Prüfen Sie die Rechnung. Manche Lokale schlagen eine Servicegebühr (Servis Ücreti) auf oder berechnen Brot und Vorspeisen, die ungefragt auf den Tisch kamen. Steht etwas darauf, das Sie nicht bestellt haben, fragen Sie freundlich nach; meist wird es gestrichen.

Getränke

Tee und türkischer Mokka

Çay, schwarzer Tee in kleinen tulpenförmigen Gläsern, trinkt man den ganzen Tag; in Geschäften wird er oft als Geste der Gastfreundschaft angeboten. Türkischer Kaffee wird im kleinen Kännchen aufgekocht und mit dem Satz serviert: sade (ohne Zucker), orta (mittel) oder şekerli (süß). Lassen Sie den Satz kurz absinken, bevor Sie trinken.

Ayran und Şalgam

Ayran ist ein kaltes, leicht gesalzenes Joghurtgetränk und der natürliche Begleiter zu Kebab und Gözleme. Şalgam ist ein saures, tiefrotes fermentiertes Getränk aus Schwarzer Karotte und Rübe, das zum Kebab getrunken wird; bestellen Sie es acılı (scharf) oder acısız (mild). Gewöhnungsbedürftig, aber einen Versuch wert.

Frisch gepresste Säfte

Stände und Cafés pressen das ganze Jahr frischen Orangensaft und in der Saison Granatapfelsaft, direkt vor Ihren Augen. Granatapfelsaft ist angenehm herb.

Rakı und Wein aus der Region

Rakı, der Anisschnaps, ist das klassische Getränk zu Meze und Fisch. Er wird mit Wasser gemischt, wird dabei milchig weiß und wird langsam zum Essen getrunken. Die Türkei keltert auch Wein, teils aus eigenen Rebsorten, und die meisten Restaurants haben einige Flaschen. Alkohol ist hoch besteuert, deshalb treiben Getränke die Rechnung oft stärker in die Höhe als das Essen.

Wasser

Einheimische trinken meist Flaschenwasser statt Leitungswasser, und Urlauber sollten es genauso halten. Es ist günstig und überall erhältlich.

Praktische Tipps

Essenszeiten

Gefrühstückt wird meist zwischen etwa 8 und 10 Uhr (am Wochenende später), zu Mittag zwischen 12 und 14 Uhr, zu Abend ab etwa 19 Uhr; im Sommer sind die Restaurants bis spät voll. Lokantas kochen morgens und servieren, bis alles weg ist.

Vegetarisch essen

Vegetarier essen hier gut: Meze, Salate, Zeytinyağlı-Gerichte (in Olivenöl gegartes Gemüse, lauwarm oder kalt serviert), Linsensuppe, Gözleme mit Käse oder Spinat, Pide mit Käse und Ei. Achten Sie auf verstecktes Fleisch: Manche Suppen und Pilaws werden mit Fleischbrühe gekocht, Bohnen oder gefüllte Paprika mitunter mit Hackfleisch. Fragen Sie "etli mi?" (ist Fleisch drin?). Vegan ist schwieriger, weil Joghurt, Käse und Butter überall vorkommen.

Allergien

Nüsse stecken häufig in Desserts, vor allem Pistazien und Walnüsse in Baklava und Künefe, und auch in manchen Meze und Salaten. Sesam ist in Tahini, Piyaz und Simit. Bei einer ernsten Allergie tragen Sie am besten einen Zettel auf Türkisch bei sich und fragen vor dem Bestellen nach.

Trinkgeld

Trinkgeld ist keine Pflicht, im Restaurant sind aber etwa 5–10 % üblich, wenn Sie zufrieden waren und keine Servicegebühr berechnet wurde. Im Café und bei kleinen Beträgen genügt Aufrunden.

Karte oder bar

In den meisten Restaurants in Urlaubsorten und Städten kann man mit Karte zahlen; in kleinen Lokalen fragen Sie besser vorher. Bargeld in türkischen Lira ist praktisch auf Märkten, in kleinen Lokantas, an Gözleme-Ständen und in Dorflokalen. Zahlen Sie in Lira statt in Euro, denn Europreise werden oft zugunsten des Lokals gerundet. Eine grobe Vorstellung der Tageskosten gibt unser Urlaubskosten-Rechner.

Ramadan

Im Ramadan fasten viele Türken von der Morgendämmerung bis Sonnenuntergang, in Urlaubsorten bleiben die Restaurants tagsüber aber geöffnet, und Urlauber essen und trinken wie gewohnt. Bei Sonnenuntergang bieten manche Lokale ein besonderes Iftar-Menü an, dann werden die Tische schnell voll. Der Ramadan verschiebt sich jedes Jahr um etwa 11 Tage nach vorn; prüfen Sie die Termine für Ihre Reise.

Häufige Fragen

Wofür ist Antalya kulinarisch bekannt?

Die bekanntesten Gerichte Antalyas sind Piyaz mit Tahini-Soße, meist zu Şiş Köfte gegessen, und Hibeş, ein würziger Tahini-Dip. Bekannt ist die Region außerdem für Zitrusfrüchte, Granatäpfel und Tahini mit Traubensirup. An der Küste sind Fisch und Meze das klassische Abendessen, rund um Manavgat ist es Forelle. Siehe unseren Ratgeber zu Manavgat.

Kann man Streetfood bedenkenlos essen?

Im Allgemeinen ja, mit gesundem Menschenverstand: Wählen Sie gut besuchte Stände, an denen frisch vor Ihren Augen zubereitet wird, etwa Gözleme, Simit, gegrillter Mais oder frischer Saft. Vorsicht bei gefüllten Muscheln und allem, was lange in der Sonne stand; trinken Sie Flaschenwasser.

Was kostet ein Essen?

Das hängt viel mehr davon ab, wo Sie essen, als davon, was. Lokanta, Köfte-Lokal oder Gözleme-Stand sind günstig; ein Fischrestaurant am Hafen oder eine Terrasse an der Promenade kostet ein Mehrfaches, und Alkohol treibt die Rechnung weiter nach oben. Einen groben Tageswert liefert unser Urlaubskosten-Rechner.

Kann man gut vegetarisch essen?

Ja. Meze, Salate, in Olivenöl gegartes Gemüse (Zeytinyağlı), Linsensuppe, Gözleme und Käse-Pide gibt es überall. Fragen Sie, ob Suppen oder Pilaw mit Fleischbrühe gekocht sind. Vegan ist schwieriger, weil viele Gerichte Joghurt, Käse oder Butter enthalten.

Wo bekommt man das beste einheimische Frühstück?

Für ein richtiges Dorffrühstück (Köy Kahvaltısı) fahren Sie zu Gartenlokalen und Bergdörfern im Hinterland, am besten verbunden mit einem unserer Tagesausflüge; am Wochenende ist am meisten los. In der Stadt sind Simit, Käse, Oliven und Tee oder eine Gözleme am Markttag ein einfaches Frühstück wie bei den Einheimischen.