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Foto: Gryffindor, Public domain, Wikimedia CommonsDas türkische Bad (Hamam): Tipps für den ersten Besuch
Ein Besuch im Hamam, dem türkischen Bad, gehört zu den entspannendsten Erlebnissen eines Urlaubs an der Türkischen Riviera. Man liegt auf warmem Marmor, wird mit einem rauen Handschuh kräftig abgerieben und anschließend unter einem Berg aus Seifenschaum massiert, und danach sitzt man bei einem Glas Tee und fühlt sich wie neu. Fast jedes große Ferienhotel hat ein Hamam, und auch in den Altstädten von Antalya, Alanya und rund um Side gibt es traditionelle Bäder. Hier lesen Sie, wie ein Besuch abläuft, worin sich Hotel-Spa und historisches Hamam unterscheiden, was man trägt und wie man bucht.
So läuft ein Hamam-Besuch ab
Schritt für Schritt
Man zieht sich in einer kleinen Kabine um, wickelt sich in ein Peştemal, ein dünnes, kariertes oder gestreiftes Baumwolltuch, und schlüpft in die bereitgestellten Sandalen. Dann geht es in den warmen, dampfigen Hauptraum, meist eine Kuppelhalle aus Marmor mit Waschbecken an den Wänden. In der Mitte liegt der Göbek taşı („Bauchstein“), eine große beheizte Marmorplatte. Dort legt man sich zehn bis fünfzehn Minuten hin, lässt die Wärme wirken und übergießt sich ab und zu mit warmem Wasser aus einer Schale.
Dann kommt der Bademeister (Tellak bei Männern, Natır bei Frauen) zur Kese: einem kräftigen Peeling mit einem groben Handschuh, das abgestorbene Hautschüppchen entfernt, oft in erstaunlich sichtbarer Menge. Danach folgt die Köpük, die Schaummassage: Ein Baumwollsack wird in Seifenwasser getaucht, durch die Luft geschwenkt, bis er sich aufbläht, und über einem ausgedrückt, sodass man unter einer dicken Schaumschicht liegt, die sanft einmassiert wird. Zum Schluss wird man mit warmem und kühlem Wasser abgespült, manchmal gibt es noch eine Haarwäsche.

Ruhepause, Tee und Extras
Anschließend wird man in trockene Tücher gehüllt und ruht sich im kühleren Vorraum bei Tee, Saft oder Wasser aus. Viele Hamams, vor allem in Hotels, bieten zusätzlich eine Ölmassage an, Pakete enthalten manchmal auch Tonmaske oder Sauna. Insgesamt dauert ein Hamam-Besuch meist 45 bis 90 Minuten, je nach Paket und wie lange man sich Zeit lässt; planen Sie danach etwas Ruhe ein, statt gleich zurück an den Pool zu eilen.
Hotel-Spa oder historisches Hamam?
Das Hamam im Hotel
Fast jedes größere Ferienhotel in Belek, Side, Lara, Kemer und Alanya hat im Spa ein Hamam. Das ist die bequemste Lösung: wenige Schritte vom Zimmer, sauber und modern, Personal mit Deutsch- oder Englischkenntnissen und oft ein gemischtes Hamam, in das Paare gemeinsam gehen können. Das Angebot ist auf Urlauber zugeschnitten, mit festen Paketen und gebuchten Zeitfenstern; eher komfortabel als ursprünglich.
Historische Bäder in der Stadt
In den Altstädten gibt es Badehäuser, die seit Jahrhunderten in Betrieb sind, etwa in Kaleiçi, der Altstadt von Antalya, in Alanya und in der Gegend von Side und Manavgat. Kuppelhallen, abgetretener Marmor und einheimische Stammgäste vermitteln hier ein echtes Gefühl für die Tradition. In traditionellen Hamams baden Männer und Frauen getrennt, entweder in eigenen Bereichen oder zu unterschiedlichen Zeiten; prüfen Sie die Zeiten vorher. Mehr zu den Altstädten: Antalya-Stadt, Alanya und Side.

„Türkisches Bad“ als Ausflug
In den großen Ferienorten sieht man überall Angebote für einen Hamam-Ausflug mit Abholung am Hotel, oft kombiniert mit Sauna, Schaummassage und Ölmassage. Diese Bäder sind auf Urlaubergruppen ausgelegt und meist gemischt. Das kann Spaß machen, vor allem wenn das eigene Hotel kein Spa hat, die Qualität schwankt aber; lesen Sie aktuelle Bewertungen oder fragen Sie im Hotel nach. Weitere Ideen: Ausflüge.
Etikette und Tipps
Was man trägt
Man bekommt ein Peştemal, das man sich umwickelt. In Hotel- und Touristen-Hamams ist ein Badeanzug oder eine Badehose darunter völlig normal, in gemischten Bädern wird es erwartet. In traditionellen Hamams behalten Männer das Peştemal immer an; Frauen tragen oft Bikinihose oder Unterwäsche. Nehmen Sie trockene Wäsche zum Wechseln mit, man wird klatschnass.
Vorher und währenddessen
Duschen Sie kurz, bevor Sie hineingehen, und gehen Sie nicht direkt nach einer üppigen Mahlzeit oder nach Alkohol. Die Hitze ist kräftig: Trinken Sie vorher und nachher Wasser, und gehen Sie in den kühleren Raum, wenn Ihnen schwindlig wird. Schmuck, Uhren und Wertsachen bleiben im Hotelsafe; mitnehmen sollte man höchstens etwas Bargeld und den Zimmerschlüssel.
Bei Schwangerschaft, Herzerkrankungen, hohem oder niedrigem Blutdruck oder anderen gesundheitlichen Fragen sprechen Sie vor dem Hamam-Besuch mit Ihrem Arzt. Das gilt für sehr heiße Räume und kräftige Massagen ganz allgemein. Nach einem frischen Sonnenbrand wartet man besser, bis sich die Haut beruhigt hat.
Kinder und Trinkgeld
Viele Hotel-Spas lassen Kinder erst ab einem bestimmten Alter oder nur zu festen Zeiten hinein; fragen Sie an der Spa-Rezeption. Für kleine Kinder sind Hitze und kräftiges Peeling oft zu viel, eine sanfte Schaumwäsche ist meist die bessere Wahl. Mehr Tipps für den Urlaub mit Kindern: mit Kindern.
Ein Trinkgeld für den Bademeister ist üblich, wenn man zufrieden war, besonders in historischen Bädern; ein kleiner Betrag, am Ende diskret überreicht, genügt. In Hotel-Spas ist manchmal schon ein Servicezuschlag enthalten, ein Blick auf die Rechnung lohnt sich.
Preise und Buchung
Was es kostet
Die Preise gehen weit auseinander. Hotel-Spas sind meist am teuersten, vor allem mit zusätzlicher Massage, während ein historisches Hamam in der Stadt oder ein einfaches Paket anderswo oft günstiger ist. Pakete unterscheiden sich darin, was enthalten ist (Peeling, Schaum, Massage, Sauna, Transfer); vergleichen Sie also die Leistung, nicht nur den Preis. Fragen Sie vor der Buchung nach dem aktuellen Preis; für die Urlaubskasse hilft unser Urlaubsbudget-Rechner.
Buchen
Im Hotel bucht man direkt im Spa oder an der Rezeption, in der Hauptsaison am besten einen Tag vorher. Historische Hamams kann man meist ohne Termin besuchen, ein kurzer Anruf schadet aber nicht. Ausflüge mit Abholung gibt es an der Rezeption, beim Reiseveranstalter oder direkt beim Hamam. Vorsicht bei aufdringlichen Schleppern auf der Straße oder am Strand mit „Sonderpreisen“: Klären Sie genau, was enthalten ist und was es insgesamt kostet, bevor Sie zahlen.
Häufige Fragen
Was trägt man im türkischen Bad?
Man bekommt ein Peştemal, ein dünnes Baumwolltuch, und Sandalen. In Hotel- und Touristen-Hamams ist Badekleidung darunter normal, in gemischten Bädern wird sie erwartet. In traditionellen Hamams behalten Männer das Peştemal an; Frauen tragen oft Bikinihose oder Unterwäsche. Trockene Wäsche zum Wechseln mitnehmen.
Ist ein Hamam gemischt?
Das kommt darauf an. Hotel-Spas und Touristen-Hamams sind oft gemischt, Paare können also gemeinsam gehen. Traditionelle Bäder in der Stadt trennen Männer und Frauen, in eigenen Bereichen oder zu unterschiedlichen Zeiten. Am besten vorher nachfragen.
Wie lange dauert ein Hamam-Besuch?
Meist 45 bis 90 Minuten: Aufwärmen auf dem Marmor, Peeling, Schaummassage, Abspülen und Ruhepause mit Tee. Mit Ölmassage oder Sauna dauert es länger. Planen Sie den Besuch nicht unter Zeitdruck.
Ist ein Hamam für Kinder geeignet?
Bedingt. Viele Hotel-Spas lassen Kinder erst ab einem bestimmten Alter oder zu festen Zeiten zu, und Hitze und Peeling sind für kleine Kinder oft zu viel; eine sanfte Schaumwäsche ist die bessere Wahl. Fragen Sie im Spa nach. Mehr Ideen: Urlaub mit Kindern.
Wann geht man im Urlaub am besten ins Hamam?
Viele gehen gleich zu Beginn des Urlaubs, zum Ankommen und Entspannen, oder kurz vor dem Ende als kleines Abschiedsgeschenk an sich selbst. Nicht direkt nach einer üppigen Mahlzeit, nach Alkohol oder mit frischem Sonnenbrand, und genug trinken. Bei gesundheitlichen Fragen vorher den Arzt fragen.