Der lange Strand von Çıralı mit den grünen Hängen des Taurus dahinter
©Foto: Alexey Komarov, CC BY-SA 4.0, Wikimedia Commons

Feiertage in der Türkei – und was sie für Ihre Reise bedeuten

Die Türkei hat sieben feste Feiertage und zwei religiöse Feste, die jedes Jahr etwa elf Tage nach vorn wandern. Für einen Urlaub an der Antalya-Küste sind davon nur wenige wirklich relevant – diese wenigen füllen allerdings die Hotels und treiben die Preise, und sie sind länger, als im Kalender steht.

Der Kalender

Die sieben festen Tage fallen jedes Jahr auf dasselbe Datum. Die beiden religiösen Feste folgen dem Mondkalender und wandern deshalb; die Termine unten stammen aus der offiziellen Liste der religiösen Tage der türkischen Religionsbehörde Diyanet.

Feste Feiertage

DatumFeiertag
1 JanuarNeujahr
23 AprilTag der nationalen Souveränität und des Kindes
1 MaiTag der Arbeit und Solidarität
19 MaiAtatürk-Gedenktag, Tag der Jugend und des Sports
15 JuliTag der Demokratie und der nationalen Einheit
30 AugustTag des Sieges
29 OktoberTag der Republik

Religiöse Feste

FeiertagTermineHalber Tag davor
Ramazan Bayramı (Zuckerfest) 202709.03.2027 – 11.03.202708.03.2027
Kurban Bayramı (Opferfest) 202716.05.2027 – 19.05.2027
19.05.2027 ist zugleich Atatürk-Gedenktag, Tag der Jugend und des Sports
15.05.2027
Ramazan Bayramı (Zuckerfest) 202826.02.2028 – 28.02.202825.02.2028
Kurban Bayramı (Opferfest) 202805.05.2028 – 08.05.202804.05.2028
Ramazan Bayramı (Zuckerfest) 202914.02.2029 – 16.02.202913.02.2029
Kurban Bayramı (Opferfest) 202924.04.2029 – 27.04.2029
23.04.2029 ist zugleich Tag der nationalen Souveränität und des Kindes
23.04.2029
Ramazan Bayramı (Zuckerfest) 203004.02.2030 – 06.02.203003.02.2030
Kurban Bayramı (Opferfest) 203013.04.2030 – 16.04.203012.04.2030

Der halbe Tag davor (arefe) ist ein halber Arbeitstag; praktisch läuft der Betrieb schon ab Mittag aus. In anderen Ländern können dieselben Feste einen Tag abweichen, weil der Kalender lokal gelesen wird.

Warum aus drei Tagen neun werden

Das ist der Punkt, den kein Kalender zeigt, und der für die Planung der wichtigste ist. Offiziell dauert Ramazan Bayramı drei Tage und Kurban Bayramı vier. In den meisten Jahren erklärt die Regierung jedoch auch die Arbeitstage dazwischen zum Feiertag und dehnt die Pause auf rund neun Tage.

Diese Entscheidung fällt spät – meist erst wenige Wochen vor dem Fest. Wenn Sie ein Jahr im Voraus buchen, können Sie also nicht wissen, wie weit die Hochphase reicht; Sie wissen nur, dass sie breiter ist als die drei oder vier Tage in der Tabelle.

Praktisch heißt das zweierlei. Erstens: Rechnen Sie bei einem Fest nicht mit dem offiziellen Zeitraum, sondern mit der ganzen Woche drumherum. Zweitens: Wenn Ihnen Ruhe wichtig ist, nehmen Sie nicht den Tag nach dem Fest, sondern die Woche danach.

Bei Kurban Bayramı kommt eine Besonderheit hinzu, die sich zu wissen lohnt. Im Zentrum des Festes steht ein Opfertier, und sehr viele Menschen fahren dafür in ihre Heimatorte – der Andrang zieht in den ersten Tagen also ins Binnenland und nicht an die Küste. Die Urlaubsorte können zu Festbeginn deshalb ruhiger sein, als man erwartet; die volleren Tage folgen danach.

Wie die religiösen Feste wandern

Beide Feste folgen dem Mondkalender, der etwa elf Tage kürzer ist als das Sonnenjahr. Deshalb liegt jedes Fest jedes Jahr rund elf Tage früher, und deshalb stehen die Termine oben Jahr für Jahr statt als festes Datum. Über ein Jahrzehnt wandert ein Fest so durch alle Jahreszeiten – Kurban Bayramı fällt 2027 noch in den Mai, 2030 schon in den April.

Zweimal in diesem Zeitraum fällt ein Fest mit einem festen Feiertag zusammen, und dann wird die Pause ungewöhnlich lang: 2027 ist der letzte Tag von Kurban Bayramı der 19. Mai, selbst ein Feiertag; 2029 fällt der Vorabend auf den 23. April, ebenfalls ein Feiertag. Die Tabelle markiert beide Fälle.

Wer im Frühjahr an die Küste will, sollte sich diese zwei Jahre merken. Welcher Monat ansonsten zu Ihnen passt, steht in der besten Reisezeit.

Was an einem Feiertag wirklich geschlossen ist

Weniger als man denkt. Banken, Behörden und Postfilialen schließen. Geschäfte, Restaurants und Hotels in den Urlaubsorten bleiben offen – ein Feiertag ist dort der umsatzstärkste Tag, nicht ein freier.

Was sich ändert, ist die Straße. Die Küstenstraße und die Überlandbusse sind voll, besonders am Tag vor Festbeginn und am letzten Festtag. Fällt Ihr Transfer oder ein Ausflug auf einen dieser Tage, rechnen Sie mehr Zeit ein als die üblichen Werte; unsere Transferzeiten gelten für normalen Verkehr.

Und ein Detail für den Dezember: Der 31. Dezember ist ein normaler Arbeitstag, Feiertag ist der 1. Januar. Weihnachten ist gar kein Feiertag – der 25. Dezember ist ein gewöhnlicher Arbeitstag. Mehr dazu unter Silvester in Antalya.

Häufige Fragen

Wie viele Feiertage hat die Türkei?

Sieben feste Tage – 1. Januar, 23. April, 1. Mai, 19. Mai, 15. Juli, 30. August und 29. Oktober – sowie zwei religiöse Feste: Ramazan Bayramı (drei Tage) und Kurban Bayramı (vier Tage), jeweils mit einem halben Tag davor.

Warum ist das Fest länger als die offiziellen Tage?

Weil die Regierung in den meisten Jahren auch die Arbeitstage zwischen Fest und Wochenende zum Feiertag erklärt und die Pause so auf rund neun Tage dehnt. Die Entscheidung wird erst wenige Wochen vorher bekannt gegeben, lässt sich also nicht lange im Voraus einplanen.

Ist an türkischen Feiertagen etwas geschlossen?

Banken, Behörden und Postfilialen ja. In den Urlaubsorten bleiben Geschäfte, Restaurants und Hotels offen. Spürbar ist vor allem der Verkehr: Küstenstraße und Überlandbusse sind an den Festtagen voll.

Warum ändern sich die Termine jedes Jahr?

Ramazan Bayramı und Kurban Bayramı folgen dem Mondkalender, der rund elf Tage kürzer ist als das Sonnenjahr. Beide Feste wandern dadurch jedes Jahr etwa elf Tage nach vorn.

Soll man die Festwochen meiden?

Nicht zwingend – die Küste funktioniert normal und die Stimmung ist gut. Aber die Hotels füllen sich, die Preise steigen, und die Pause ist oft länger als offiziell. Wer die Wahl hat, nimmt die Woche davor oder danach: gleiches Wetter, deutlich weniger Menschen.